Headline: RIFS Blog

Im Blog des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit (RIFS) schreiben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen des Instituts. Die Themen reichen von Forschungsergebnissen über Veranstaltungsberichte bis hin zu Kommentaren über politische Entwicklungen. Die Autorinnen und Autoren äußern auf dem RIFS-Blog ihre persönliche Meinung.

 

Die Salzminen in Maceió, Umweltrassismus und die Fallstricke unternehmerischer Nachhaltigkeitsdiskurse

Marginalisierte Bevölkerungsgruppen sind in allen Phasen des Kunststoffproduktionszyklus - insbesondere bei der Gewinnung von Rohstoffen - asymmetrisch betroffen. Solche Umweltauswirkungen reproduzieren und verstärken bereits bestehende rassistische und sozioökonomische Ungleichheiten. Dies zeigt sich deutlich in Maceió, der Hauptstadt des nordöstlichen brasilianischen Bundesstaates Alagoas: Seit 2019 waren rund 60.000 Menschen gezwungen, ihren Wohnort zu verlassen, nachdem bergbaubedingte Erdstöße und Bodensenkungen die Strukturen von Häusern und anderen Gebäuden rund um die Lagune Mundaú in Gefahr gebracht haben. In der Folge sind ganze Stadtteile entvölkert worden.

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Kulturhauptstadt Chemnitz: Ein Mega-Event mit Bürgerbeteiligung?

Der Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ ist begehrt, aber in der Vergangenheit wirkte er sich meistens nicht positiv auf die Stadtbevölkerung aus, sondern sorgte im Schnitt sogar für ein Absinken der Lebenszufriedenheit. In Chemnitz wird mit der erfolgreichen Bewerbung für das Kulturhauptstadtjahr 2025 nun ein Ansatz verfolgt, der auf Bürgerbeteiligung setzt und den Zusammenhalt sowie die Lebensqualität und den Ruf der Stadt verbessern soll. Studierende eines Lehrforschungsseminars des RIFS und der TU Chemnitz haben einige Kulturhauptstadt-Projekte auf ihre soziale Nachhaltigkeit hin untersucht.

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Kasachstan: Zentralasiatischer Pionier der Energiewende

In der Geopolitik der globalen Energiewende stellt das enorme Wind- und Solarpotenzial Kasachstans - in Verbindung mit der Verfügbarkeit von Land und reichen Rohstoffvorkommen - einen starken strategischen Vorteil dar. Erneuerbare Energien können die wachsende Bevölkerung kostengünstig mit Strom versorgen, die Energiesicherheit erhöhen, die Stromimporte reduzieren, zur Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr beitragen und ausländische Investitionen anziehen. Für eine von fossilen Brennstoffen abhängige Volkswirtschaft wie Kasachstan ist die Nutzung dieser Vorteile von entscheidender Bedeutung.

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Leitfaden

Online moderieren – das Zukunftswerk teilt sein Know-how

Kommunikation über Ländergrenzen hinweg – das ist Normalität in Europa und dennoch immer wieder herausfordernd. Das Zukunftswerk bringt kommunale Akteure aus Deutschland und Frankreich in den Austausch – häufig im virtuellen Raum. Dafür nutzt es ein Repertoire an Methoden und Strategien. Diese stellen wir Ihnen in einem Praxisleitfaden für erfolgreiche Online-Dialoge übersichtlich zusammengefasst zur Verfügung.

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Ein Ass im Klimaschutz-Poker?

Bei einem kürzlich in Bonn abgehaltenen technischen Treffen der UNFCCC zur Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz waren nur zwei Stunden für Verhandlungen über Artikel 12 des Pariser Abkommens - Action for Climate Empowerment (ACE) - reserviert. RIFS-Forscherin Deborah Lika fragt: Setzen wir wirklich auf Klimaschutz, oder mischen wir nur die Karten neu, ohne jemals ein Blatt zu verteilen?

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Methan: Ein kurzlebiges Gas mit weitreichender Wirkung

Im März 2024 versammelten sich führende Politiker*innen und Branchenexpert*innen aus der Industrie in Genf, um eine der brennendsten Herausforderungen unserer Zeit anzugehen:
die Reduktion der Methanemissionen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen über reproduzierbare Methoden, die Methanemissionen im Einklang mit dem Global Methane Pledge zu reduzieren. Dessen Ziel ist es, die weltweiten Methanemissionen bis 2030 um mindestens 30 Prozent gegenüber dem Niveau von 2020 zu senken. Warum ist das wichtig? Darüber gibt dieser Blogbeitrag einen Überblick.

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Workshop

CO2-Fußabdrucksgesetzgebung, internationale Gerechtigkeit und Zusammenarbeit

Klimapolitik wird stets nur mit angezogener Handbremse betrieben. Regierungen zögern dabei, ehrgeizigere Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Industrie zu ergreifen, da sie befürchten, dass strengere Vorschriften oder hohe CO2-Preise die industrielle Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen und Verbraucher auf billigere Produkte aus Ländern mit laxen Vorschriften umsteigen könnten. Doch es gibt eine Lösung: Maßnahmen, die nicht nur auf die Emissionen innerhalb der Landes- oder EU-Grenzen abzielen, sondern auch auf die Emissionen entlang der globalen Wertschöpfungsketten. Eine „CO2-Fußabdruckpolitik“ zielt auf die in den vorgelagerten Produktionsstufen der Lieferkette entstehenden Emissionen ab.

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LOSLAND

Kommunale Bürgerräte organisieren: Handbuch zeigt, wie’s geht

Vor kurzem wurde das Handbuch „Kommunale Bürgerräte organisieren“ veröffentlicht. Das RIFS ist Mitherausgeber des Werks, gemeinsam mit Mehr Demokratie e.V. und dem Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) in Wuppertal. Der Leitfaden richtet sich an Personen der Beteiligungspraxis. Er enthält Erfahrungen und Tipps, die für die Anbahnung, Planung und erfolgreiche Umsetzung eines Bürgerratsprozesses auf kommunaler Ebene hilfreich sind.

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Ziele und Methoden der Deliberation

Stellen Sie sich drei Gruppen vor, die über dieselbe Frage beraten. Alle drei Gruppen wurden auf die gleiche Weise rekrutiert, sie beraten sich am selben Ort und haben für ihre Zusammenarbeit die gleichen Materialien zur Verfügung. Spielt es tatsächlich eine Rolle, wie die Moderation dieser deliberativen Prozesse durchgeführt wird? In unserem Paper versuchen wir zu erklären, warum es darauf ankommt und wie sich unterschiedliche Moderationsstile auf die Deliberation und ihre Ergebnisse auswirken.

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Kohlenstofffreie Industrie

Wie die Dekarbonisierung die Geografie der industriellen Produktion verändert: Erkenntnisse zur „Renewables Pull“-Hypothese

Die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien ist ein wichtiger Faktor für künftige Investitionsentscheidungen in der Chemie- und Stahlindustrie. Das ist ein zentrales Ergebnis unserer Befragung von 300 Entscheiderinnen und Entscheidern aus der Chemie- und Stahlindustrie: 92 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihr Unternehmen im Zuge der Dekarbonisierung der Produktion Standorte verlagern wird. Neben kostengünstigen erneuerbaren Energien nennen die Befragten politische Unterstützung als Schlüsselfaktor für Investitionsstandortentscheidungen.

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COP28 in Dubai: Grüner Schein oder ernsthafte Ambitionen?

Die Einigung auf der jüngsten COP28-Konferenz wird als eine neue Ära der Energiewende gefeiert. Der Guardian betitelt das Ergebnis bereits als historische „Grundsteinlegung für die Abkehr von fossilen Brennstoffen“. Gleichzeitig werden kritische Stimmen von indigenen Bevölkerungsgruppen und Umweltorganisationen lauter und bezeichnen die Veranstaltung als „Business as usual“. Der Gastgeber, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), schöpfen ihren Wohlstand hauptsächlich aus fossilen Brennstoffen und endlichen Ressourcen. Ihre Präsidentschaft sorgte daher für eine spannungsreiche Atmosphäre.

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